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Ďumbier: Von Lúčky durch das Široká-Tal nach Trangoška

05.08.2026 · Holidayinfo · 5 Min. Lesezeit

Die Tour beginnt an einem schönen Montag im August an der Haltestelle Lúčky in Demänovská Dolina. Mein Ziel ist klar: Trangoška. Auch das Zeitlimit steht fest: die Strecke in fünf Stunden schaffen.

Wenige Minuten nach sieben Uhr morgens bringt mich der Linienbus aus Liptovský Mikuláš zum geplanten Ausgangspunkt. Von dort gehe ich durch Široká dolina, die ich bereits kenne, allerdings aus der Gegenrichtung, von Čertovica her.

Zu Beginn gehe ich auf der Asphaltstraße an der Sesselbahn Lúčky vorbei und weiter zu einer Weggabelung. Die Pfeile weisen entweder zum Sattel Javorie, über einen eisernen Steg über einen reißenden Bach, oder in die Široká dolina.

Der Anfang sieht vielversprechend aus. Zeitlich passt alles, warme Luft zieht durch das Tal und die Sonne scheint angenehm. Ein idealer Beginn der Wanderung.

Wenn der orangefarbene Pfeil nicht für schwere Maschinen gedacht ist

Das erste kleinere Problem taucht an einer Abzweigung auf, die mit einem auf einen Stein gesprühten orangefarbenen Pfeil markiert ist. Natürlich nehme ich zunächst an, dass es sich um eine Kennzeichnung für die örtlichen schweren Maschinen handelt, die hier wegen Sturmholz oder gefällter Bäume unterwegs sind.

Also gehe ich auf der Route weiter, die mir wahrscheinlicher erscheint: auf einem Schotterweg bergauf über einen zweiten Holzsteg. Dabei denke ich: Den haben sie doch hoffentlich nicht nur für die Holzernte gebaut.

Zum Glück bemerke ich meinen Irrtum nach etwa zehn Minuten. Ich kann mich nämlich nicht daran erinnern, dass Siná bei meinem früheren Abstieg von oben links von mir lag. Der reflektierende orangefarbene Pfeil auf dem Stein war also doch für Wanderer bestimmt.

Die mobile App, die ich während meiner dreitägigen Wanderung zum ersten Mal brauche, versagt natürlich. Ausgerechnet diese Route ist darin nicht enthalten. Die Papierkarte gewinnt wieder. Auf Technik sollte man sich in den Bergen nie uneingeschränkt verlassen.

Nach kurzer Zeit ist wieder alles in Ordnung, und ich steige gut gelaunt weiter auf.

Durch Široká dolina

Ich komme zu einer Weggabelung, an der der Wegweiser auch die Möglichkeit anbietet, auf der roten Markierung über Pekná vyhliadka nach Luková und Tri vody weiterzugehen. Diese Variante käme infrage, wenn ich die Tour auf ungefähr acht Stunden verlängern wollte.

Ich lasse mich nicht verführen und gehe auf einem Waldweg zwischen mächtigen Fichten weiter bergauf.

Der Wald öffnet sich allmählich, und der Weg geht in ein wunderschönes Tal über. Links wird es von Tanečnica begrenzt, rechts vom Chopok-Massiv, und unter meinen Füßen bilden immer größere Steine einen natürlichen Bergpfad.

Überall herrschen Ruhe und Stille. Einfach märchenhaft.

Nach etwa einer Stunde und fünfzehn Minuten erreiche ich den höchsten Abschnitt der Route. Mein Tempo ist angemessen: stellenweise zügiges Gehen, stellenweise ein kurzer Lauf und natürlich Pausen zum Fotografieren.

Gämsen in der Morgensonne

Oben erwartet mich eine angenehme Überraschung. Eine Herde Gämsen genießt wie ich die Morgensonne und offenbar auch das Frühstück.

Inzwischen wird der Wind stärker, was in diesem Teil der Niederen Tatra nichts Ungewöhnliches ist. Abgesehen davon ist das Wetter jedoch außergewöhnlich günstig. Die Sicht ist hervorragend, und der ganze Tag fühlt sich an, als würden mir die Berge diesmal entgegenkommen.

Am Krúpovo sedlo biege ich zum Ďumbier ab.

Der Aufstieg war ursprünglich nicht geplant. Da ich jedoch den Bus erreichen möchte, schalte ich in den Schnellmodus. Auf den Ďumbier laufe ich regelrecht hinauf. Nach siebzehn Minuten stehe ich oben und genieße kurz den Blick auf das gesamte Tatra-Massiv.

Die Luft ist so klar, dass auch Veľký Choč und im Hintergrund Kubínska hoľa zu sehen sind. Auf dem Gipfel befinden sich nur drei Wanderer, sodass ich statt großer Menschenmengen einen fast leeren Ďumbier genieße. Gesellschaft leistet mir noch eine Gämse, die mich ganz gleichmütig mustert (Foto in der Bildergalerie).

Vom Ďumbier zur Štefánička

Vom Ďumbier bis zur Berghütte M. R. Štefánik brauche ich ungefähr eine Stunde und fünfzehn Minuten. Erst hier gönne ich mir endlich eine kurze Pause von etwa zehn Minuten. Ich beiße schnell in ein Brötchen und genieße dabei die Aussicht.

Vor dem steilen Abstieg nach Trangoška halte ich noch am Denkmal für Zolo Palugyay. Auf der Gedenktafel erfahre ich, dass dieser bedeutende slowakische Maler hier auf tragische Weise ums Leben kam. Der Ort wirkt still und würdevoll, obwohl die Hütte selbst das genaue Gegenteil ist.

An der Berghütte M. R. Štefánik herrscht reger Betrieb. Es sind viele Wanderer unterwegs, und die ruhige Tour verwandelt sich plötzlich in einen kleinen Wenzelsplatz.

Abstieg nach Trangoška

Auf dem Weg nach unten beobachte ich Wanderer, die Holzscheite zur Hütte tragen. Für ein Scheit gibt es einen Tee gratis. Und ich muss zugeben: Wenn ich in die andere Richtung gegangen wäre, hätte ich gleich zwei genommen.

Einen weniger erfreulichen Anblick bieten Beerensammlerinnen, die im Nationalpark eifrig Heidelbeeren mit Kämmen ernten. Das wirkt eher wie die Vorbereitung für einen Straßenverkauf als wie ein paar Beeren für die Hand. In einer solchen Umgebung ist das enttäuschend.

An der Haltestelle unterhalb von Srdiečko komme ich mit zwanzig Minuten Reserve an. Der Zeitplan ist also aufgegangen.

Die Busfahrt nach Banská Bystrica dauert ungefähr zwei Stunden. Im Bus ist es heiß und ziemlich voll, also ist die Fahrt nicht gerade besonders bequem. Andererseits verkehren die Busse pünktlich, die Anschlüsse passen, und am Ende ist man froh, dass eine solche Rückfahrmöglichkeit überhaupt zur Verfügung steht.

Die Tour durch Široká dolina auf den Ďumbier und weiter nach Trangoška war voller schöner Ausblicke und machte aus einem gewöhnlichen Tag einen ziemlich außergewöhnlichen.

 

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